Hilfe für kleine Herzen in Indien

P1020178Alles begann mit dem rotarischen Schüleraustausch. Johanna Lens verbrachte in den Jahren 2012 und 2013 zehn Monate als Austauschschülerin in der südindischen Stadt Coimbatore. Dort begleitete Johanna  die Mitglieder ihres gastgebenden Rotary Clubs Saicitiy Coimbatore in das umliegende Land zu sogenannten Screening Camps. Hier werden Kinder aus ärmsten Verhältnissen auf einen in Indien im Vergleich zu anderen Ländern häufiger vorkommenden Herzfehler untersucht.

 

P1020170Dieser Herzfehler schränkt die Lebensqualität der Menschen ein, kann aber durch eine entsprechende Operation gut behoben werden. Anschließend sind die Kinder vollkommen gesund. Leider können sich die Familien diese Operationen nicht leisten. Ein Krankenversicherungssystem für die Ärmsten der Armen existiert in Indien nicht. So rief der Arzt und Rotarier Dr. Mohanakrishnan aus Coimbatore das Projekt „Gift of Life“ ins Leben. Die Screenings dienen dazu, erkrankte Kinder zu identifizieren. Anschließend erhalten diese Kinder eine für ihre Familien kostenlose Operation.

Die Ärzte führen diese Operationen ohne Entgelt durch. Aber natürlich entstehen weitere Kosten für die notwendigen Instrumente und den Krankenhausaufenthalt. Zurückgekehrt aus Indien begeisterte Johanna Lens ihren Vater Michiel Lens, damaliger Präsident des Rotary Club Stade, und den gesamten Stader Club für dieses Projekt. Es wurde beschlossen, hierfür ein „Global Grant“ bei der Rotary Foundation zu beantragen.

 

Die Rotary Foundation ist der weltweit agierende Stiftungsarm von Rotary International und fördert Projekte zur Bekämpfung von Hunger und Armut weltweit und setzt Projekte zur Bildungsförderung um. Gemeinsam mit dem Rotary Club Saicity Coimbatore beantragten die Stader Freunde bei der Foundation ein Förderprojekt. Die Stader Rotarier selbst gaben 15.000 US-Dollar und gemeinsam mit den Mitteln der indischen Freunde wurde der zur Verfügung stehende Rahmen von der Rotary Foundation auf die Gesamtsumme von 87.500 US-Dollar aufgestockt.

 

65 Kinder können so operiert und ihnen ein unbeschwertes Leben ermöglicht werden. Bei verschiedenen Besuchen in den zwei Krankenhäusern, in denen die Operationen durchgeführt werden, konnten sich die Stader Rotarier Michiel Lens und später auch Dr. Günter Staib von der sehr guten Qualität der medizinischen Versorgung der jungen Patientinnen und Patienten  überzeugen und auch davon, dass die Mittel bei den indischen Freunden in guten Händen sind.

Aktuell wurden ca. die Hälfte der Kinder bereits operiert. Weitere Operationen werden im Verlauf des Jahres 2017 folgen.